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Projektname:
„Die verbliebene Zeit“ – Das Projekt beschäftigt sich mit den in Österreich/Vorarlberg lebenden Migranten der ersten Generation und richtet seinen Blick kulturell auf ihr Leben nach der Rente. 

Zweck:
Der Zweck des Projekts ist in erster Linie die Migrationsgeschichte zu archivieren und für das Museum aufzuarbeiten. Das Fundament bildet dabei die Forschung, die Dokumentation und die Vermittlung der verschiedenen Migrationswanderungen nach Vorarlberg ab der Industrialisierung. Neben diesem allgemeinen Teil, besteht auch das spezifische Vorhaben, die erste Generation der Gastarbeiter zu porträtieren, um an Hand dieser Portraits die Probleme und Fragen, die als Folge der Migration entstanden sind, ausfindig zu machen und gegebenenfalls zu beantworten. 
Grund des Projekts:

Soziologisch kann der Migrant mit dem Satz „der der heute kommt und morgen bleibt“ charakterisiert werden. Diese Zeitlichkeit macht die betroffenen Personen nicht nur zu einem (potentiellen) „Reisenden“, sondern gleichzeitig auch zu Personen, die am Tag darauf gehen könnten. Deswegen wird der Arbeitsmigrant als eine Person beschrieben, die heute kommen und morgen gehen sollte, aber morgen da bleibt. Dieses Projekt beschäftigt sich deswegen intensiv mit der Frage, wo die erste Generation, also die GastarbeiterInnen, ab ihrer Rente leben können oder werden. Eine Antwort hierzu ist noch nicht gefunden, gerade auch weil sie in ihrer Heimat auch als jene beschrieben werden, die gestern gegangen und morgen nicht kommen werden. Wir haben es hier mit verschiedenen Typologien zu tun. Es ist möglich in vielen Kategorien zu sprechen. Es gibt jene, die die meiste Zeit eines Jahres in der Türkei verbringen und für eine kurze Zeit nach Österreich kommen oder umgekehrt die meiste Zeit in Österreich verbringen und für eine kurze Zeit die Türkei besuchen. Dann gibt es auch jene, die zurückkehren möchten, aber bisher keine Entscheidung getroffen haben, dem Gegenüber jene, die tatsächlich zurückgekehrt sind und schließlich sogar welche, die in Altersheimen in Österreich leben. Die Situation der Gastarbeiter nach der Rente, und ihre Verwirrung was sie mit der „verbliebenen – leeren Zeit“ anfangen sollen, bieten uns viele soziologische und wissenschaftliche Daten, gerade weil es sie waren, die sich in ihrer Freizeit mit der Nostalgie und der Utopie beschäftigt haben. Die Arbeitszeit war für die Arbeitsmigranten mit Aussicht in die Zukunft Sinn beladen, während die Freizeit für sie funktionslos und bedeutungslos erschien und deswegen die Menschen unglücklich machte. Die Freizeit ist den Arbeitsmigranten fremd, da es ihn daran erinnert, wie entfernt er von dem ist, das er als das wahre Leben kennt. Zum Beispiel sahen sie das Schlafen nach dem Arbeiten, als die aktivste und positivste Handlung. Das war für sie auf eine Art die Nichtexistenz der Jetztzeit außerhalb der Arbeit. So wie also die Arbeitsmigranten das Schlafen als eine Vorbereitung auf den Arbeitstag danach gesehen haben – ohne zu bemerken, dass die Jetztzeit einem Lebensmangel zu Gunsten verstrich – sehen sie ihr Leben heute in der Rente mit der ganzen freien Zeit durch einen Gedanken der Funktionslosigkeit, und leben vor sich hin. Früher haben sie das Arbeiten dem Leben vorgezogen und dies hat viele Folgen hinterlassen. Mit diesem Projekt wollen wir als die Frage stellen, was in der „freien Zeit / Freizeit“ geschehen ist.


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